Die hier angebotenen Informationen erfüllen keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dienen lediglich einem ersten Überblick. Keinesfalls ersetzen sie den Arztbesuch!
Zu folgenden Themen informieren wir Sie:
Nierenerkrankungen
Hämodialyse (Blutwäsche)
Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse)
Transplantation
Bluthochdruck (Hypertonie)
Diabetes mellitus
Fettstoffwechsel-Erkrankungen
Nierenerkrankungen
Die Nieren bestehen aus einer Vielzahl kleiner Einheiten, welche aus dem Blut mit Hilfe des Blutdrucks den Urin abfiltrieren.
Sie sind zentrale Organe zur Ausscheidung und zur Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushaltes. Zusätzlich sind sie für
wesentliche Entgiftungsvorgänge verantwortlich und tragen zur Regelung des Salzhaushaltes und des Blutdrucks bei. Im
Rahmen von Nierenerkrankungen können einzelne Funktionen ausfallen oder die komplette Nierenleistung verloren gehen.
Folgen sind Vergiftungen, Überwässerung des Körpers und lebensbedrohliche Veränderungen der Blutsalze und des pH-Wertes. Die Nieren regen die Blutbildung mit Hilfe des von ihnen gebildeten Hormons Erythropoetin (EPO) an und sind an der Bildung von Vitamin-D beteiligt. Bei Nierenschwäche kommt es durch einen Mangel an EPO zu einer Blutarmut. Vitamin-D-Mangel kann zu schweren Knochenerkrankungen führen. Einzelne Funktionsstörungen führen wechselseitig zu weiteren Komplikationen.
Offensichtliche Beschwerden treten häufig erst nach einem Verlust von mehr als 50% der Nierenleistung auf. Wegen der Vielzahl der meist unspezifischen Symptomen von Nierenerkrankungen ist eine frühzeitige nephrologisch-fachärztliche Betreuung erforderlich. Eine gesicherte Diagnose ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie und somit zum Erhalt
Ihrer Nierenfunktion.
Nierenerkrankungen können sich schleichend entwickeln oder akut auftreten. Die Nieren können primär erkranken oder im
Rahmen anderer Erkrankungen betroffen sein. Die Sicherung der Diagnose und die entsprechende Behandlung sind für den
Verlauf entscheidend. Neben einem Labor für Blut- und Urinuntersuchungen stehen in unserer Praxis moderne Ultraschall-
geräte zur Verfügung.
Vier wesentliche Risikofaktoren wirken als „Nierenschädlinge“, die Sie mit unserer Hilfe beeinflussen können.
Hierzu zählen:
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Erhöhter Blutzucker (Diabetes mellitus)
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
- Medikamente (z.B. Schmerzmittel)
Wenn die Nierenfunktion unter 15% abfällt, kommt es infolge der mangelnden Entgiftungsfunktion und fehlenden Wasseraus-
scheidung zu Abgeschlagenheit, Leistungsabfall, Übelkeit, Appetitverlust, Wassereinlagerungen, Atemnot, Magenschleim-
hautentzündungen, Blutungsneigung, Herzrhythmusstörungen, Herzbeutelerguss und mehr. Dann wird ein Nierenersatz-
verfahren erforderlich, mit dessen Hilfe die wesentlichen Nierenfunktionen übernommen werden. Zur Verfügung stehen hierzu
Blutwäsche (Hämodialyse), Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) und die Nierentransplantation. Wir informieren Sie über jedes
der Verfahren und wählen gemeinsam das für Sie geeignete aus.
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Hämodialyse (Blutwäsche)
Mit der Hämodialyse werden Substanzen aus dem Blut entfernt, die von gesunden Nieren mit dem Urin ausgeschieden
werden. Gleichzeitig kann überflüssiges Wasser aus dem Körper entfernt werden. Hierzu wird das Blut des Patienten mit Hilfe
des Dialysegerätes durch einen Filter (Dialysator) gepumpt. Flüssigkeit wird abfiltriert, Giftstoffe treten mit der Flüssigkeit über
und diffundieren zusätzlich durch die Filtermembranen in eine Spülflüssigkeit. Die Dialysebehandlungen finden in unserem
Nierenzentrum statt. Gesunde Nieren arbeiten täglich und rund um die Uhr. Um einen ausreichenden Effekt zu erzielen,
müssen Sie als Dialysepatient mit drei Behandlungen pro Woche über 4-8 Stunden rechnen.
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Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse)
Die Bauchfelldialyse führen Sie in der Regel selbstständig durch. Hierfür wird die Spülflüssigkeit (Dialysat) mittels eines
kleinen Katheters in den Bauchraum geleitet. Die Entgiftung findet über das eigene Bauchfell statt. Dieses Verfahren ist
besonders schonend und ist auch für ältere, pflegebedürftige Patienten geeignet. Berufstätigen ermöglicht es maximale
Unabhängigkeit. Die Flüssigkeiten werden mehrmals täglich gewechselt und gewährleisten kontinuierlichen Stoffaustausch.
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Transplantation
Als weitere Therapie bei fehlender Funktion der eigenen Nieren besteht die Möglichkeit einer Nierentransplantation. Hierbei
wird eine Spenderniere im Unterbauch des Patienten eingesetzt. Das Organ wird an die Blutgefäße des Beckens ange-
schlossen und der Harnleiter der Blase aufgesetzt. Die „neue“ Niere übernimmt nun die Funktionen der Ausscheidung und
Entgiftung. Prinzipiell kommen zwei Möglichkeiten der Transplantation in Frage:
- Nierenspende von Verstorbenen
- Nierenspende von Lebenden (Verwandten ersten Grades oder emotional nahe stehende Personen )
Die Transplantation der Niere eines Verstorbenen ist nach wie vor mit einer mehrjährigen Wartezeit verbunden, da die Spende-
bereitschaft weit hinter dem Bedarf an Organen liegt. Bei Bereitschaft eines Partners, Verwandten oder Freundes besteht die
Möglichkeit einer Lebendspende. Voraussetzung ist, dass der Spender gesund ist und zwei normale Nieren besitzt. Nur dann
ist das Risiko einer Transplantation für den Spender vertretbar. Wir sprechen mit Ihnen und mit Ihren Angehörigen über Vorteile
und Risiken einer Organtransplantation und veranlassen alle erforderlichen Untersuchungen.
Bei Diabetikern (Typ-1) besteht zusätzlich die Möglichkeit der Transplantation einer Bauchspeicheldrüse (Pankreas), gegeben-
enfalls in Kombination mit einer Nierentransplantation. Nach einer Transplantation besteht die lebenslange Notwendigkeit
einer medikamentösen Therapie (Immunsuppression), um eine Abstoßung des vom eigenen Körper als „fremd“ erkannten
Organs zu verhindern. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind unentbehrlich. In unserer Transplantationssprechstunde
betreuen wir Patienten nach Nieren-, Pankreas- und Lebertransplantation. Wir arbeiten eng mit den umliegenden Transplanta-
tionszentren zusammen (z.B. Heidelberg, Kaiserslautern, Mainz, Mannheim, Frankfurt) und beraten auch hinsichtlich
der Spezialprogramme.
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Bluthochdruck (Hypertonie)
Von erhöhtem Blutdruck spricht man, wenn der Wert von 140/90 mmHg wiederholt überschritten wird (Definition der Welt-
gesundheitsorganisation). Die Ursachen eines Bluthochdrucks sind vielseitig. Meist sind genetische und Umwelt-Faktoren
beteiligt. Man spricht dann von einer primären oder essentiellen Hypertonie. Ca. 85 % aller Patienten mit Hypertonie sind
hiervon betroffen. Seltener liegt eine organische Störung vor, die zu erhöhten Blutdruckwerten führt. Hierzu zählen zum Beispiel
hormonelle Störungen und Durchblutungsstörungen der Nieren. Risikofaktoren für die Entstehung von
Bluthochdruck sind:
- Familiäre Neigung zu Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und erhöhte Blutdruckwerte
- Übergewicht
- Rauchen
- Erhöhte Blutzuckerwerte (Diabetes mellitus)
- Erhöhte Blutfettwerte (Hyperlipidämie)
- Nierenerkrankungen
- Salzreiche Ernährung
- Stress
- Bewegungsmangel
- Übermässiger Alkoholkonsum
Die Symptome des Bluthochdrucks sind vielfältig, die Folgen oft schwerwiegend. Ihr Hausarzt hilft Ihnen bei der Diagnos-
estellung. Wir unterstützen Sie durch weiterführende Untersuchungen. In strukturierten Schulungen lernen Sie, Ihre Risiko-
faktoren zu erkennen und zu vermeiden.
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Diabetes mellitus
Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die zu einem krankhaft erhöhten Blutzuckerspiegel führt. Durch einen
Mangel an Insulin oder durch eine verminderte Insulinwirkung kann der Zucker nicht mehr in die Muskelzellen transportiert
werden. Der Zuckerspiegel im Blut steigt an.
Dies führt im Verlauf zu schweren Folgeschäden. Betroffen sind z.B. die Augen, Herz, Nieren, Blutgefäße und Nerven mit
drohender Erblindung, Herzinfarkt, Dialysepflichtigkeit und Amputation. Ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung und eine
konsequente Therapie sind unerlässlich – auch wenn Sie selbst noch keine Beschwerden verspüren!
Unser Team ist spezialisiert auf die Erkennung und Behandlung der Zuckerkrankheit. Alle in unserer Praxis tätigen Ärzte und
Mitarbeiter haben jahrelange Erfahrung in der Betreuung von Diabetikern.
Man unterscheidet verschiedene Diabetes-Typen. Jeder bedarf einer individuellen Behandlung.
- Typ-1-Diabetes:
Diese Form des Diabetes betrifft überwiegend jugendliche und junge Erwachsene, kann aber auch in späteren
Lebensabschnitten auftreten. In Folge einer Entzündung (Autoimmunentzündung) kommt es zu einem absoluten
Insulinmangel. Eine lebenslange Insulintherapie ist erforderlich. Alternativ kommt eine Transplantation der
Bauchspeicheldrüse oder eine Inselzelltransplantation in Frage. Für die Zukunft setzt man große Hoffnungen
auf die Stammzelltherapie.
- Typ-2-Diabetes:
Ca. 90% der Diabetiker sind hiervon betroffen. Im Gegensatz zum Typ 1-Diabetes besteht primär kein absoluter
Insulinmangel, sondern eine verminderte Insulinwirkung. Dabei spielt Übergewicht eine entscheidende Rolle. Unter
anderem sind Stoffwechselprodukte der Fettzellen an der verminderten Insulinwirkung beteiligt. Eine Gewichtsabnahme durch kalorienbewusste Ernährung und körperliche Betätigung ist Grundlage der Behandlung. Ergänzend kommen moderne Medikamente zum Einsatz. Wir unterstützen Sie durch spezielle Schulungen und helfen Ihnen, die für Sie beste Therapie zu finden.
- Sonstige Formen des Diabetes mellitus. Hierunter werden folgende Ursachen zusammengefasst:
Genetische Defekte der Pankreaszellen oder der Insulinsekretion, Zerstörung der Bauchspeicheldrüse bei anderen Erkrankungen, hormonelle Störungen, Störungen durch Medikamente oder Chemikalien, Infektionen, Immuner-
krankungen, Genetische Erkrankungen mit Neigung zu Diabetes mellitus.
- Gestationsdiabetes:
Unter Gestationsdiabetes versteht man eine während der Schwangerschaft erstmals auftretende Erhöhung des Blutzuckers. Obwohl diese Form des Diabetes nach der Schwangerschaft selten anhält, ist eine strenge Zuckerein-
stellung zum Schutz des Kindes unerlässlich.
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Fettstoffwechsel-Erkrankungen
Blutfette bezeichnet man als Lipide. Wir unterscheiden zwischen Triglyceriden und Cholesterin. Triglyceride sind Energieträger, Cholesterin brauchen wir zum Aufbau von Zellmembranen und für die Synthese von Steroidhormonen. Wenn Triglyceride und/oder Cholesterin im Blut erhöht sind, sprechen wir von einer Hyperlipidämie (Hypertriglyceridämie bzw. Hypercholeste-
rinämie). Lipide sind wasserunlöslich, im Blut werden sie deshalb in Form von Lipoproteinen transportiert. Je nach Zusammensetzung und Dichte unterscheidet man Chylomikronen, VLDL,LDL und HDL Liporoteine.
Erhöhte Cholesterinwerte, insbesondere erhöhte LDL-Cholesterinwerte beschleunigen die Entstehung einer Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Arteriosklerose führt durch Einengung der Gefäße zu Durchblutungsstörungen der Beine, der Herzkranz-
gefäße und der Hirngefäße und im Falle eines Verschlusses zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Durch eine Ultraschall-
Untersuchung der Halsschlagader oder der Beingefäße können wir solche Verkalkungen erkennen.
Eine Vorsorge Untersuchung betreffend Arteriosklerose, Triglyceriden und Cholesterin hat therapeutische Konsequenzen. Neben verschiedenen Medikamenten kann auch eine Blutwäsche bei angeboren erhöhten Cholesterinwerten zur Behandlung eingesetzt werden. Die sogenannte Lipid-Apherese wird bei uns routinemäßig durchgeführt.
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